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Erzbistum: Verzinsung von 3,2 Prozent - Ausgabenwarnung

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg Köln, 20.09.2019, 16:28 Uhr
Presse-Ressort von: Jochen Raffelberg Bericht 4288x gelesen

Köln [ENA] Ungeachtet schneller schrumpfender Mitgliederzahlen hat das Erzbistum Köln 2018 dank Kirchensteuer-Zuwachs, höherer Landeszuschüsse und Mieteinnahmen sowie einer über drei-prozentigen Verzinsung seines Anlagevermögens einen Gewinn von fast 23 Mio. Euro erwirtschaftet. Obwohl er fast ein Viertel niedriger ist als 2017, sieht die Kurie in den Zahlen eine “solide Basis”, auf die die Diözese ihre Zukunft bauen könne.

Bei der Vorstellung des Finanzberichts 2018 sagte Generalvikar Markus Hofmann in Köln, mit den in den vergangenen Jahren gebildeten Rücklagen könne Deutschlands grösstes Bistum seine Neuaufstellung mithilfe des Pastoralen Zukunftswegs “aktiv gestalten und an den richtigen Stellen auch investieren”. Finanzdirektor Gordon Sobbeck warnte, in den vergangenen Jahren seien die Aufwendungen “deutlich schneller gestiegen als die Erträge“; hier müsse gegengesteuert werden. Mit Blick auf die langfristigen Prognosen sei jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. “Wo genau wir in der Zukunft unser Geld einsetzen, das werden die Ergebnisse des Pastoralen Zukunftswegs zeigen,“ fügte er hinzu.

Dem Bericht zufolge sind die Kirchensteuer-Erträge aufgrund der guten Konjunkturlage im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent auf 670,4 Mio. Euro (Vorjahr: 655,5 Mio. Euro) gestiegen. Gleichzeitig seien aber die Aufwendungen deutlich um 2,9 Prozent gewachsen. Der Überschuss sank dadurch auf 22,6 Mio. Euro. Während die Erträge 2018 um 2,2 Prozent auf 879,4 Mio. Euro (Vorjahr: 860,5 Mio. Euro) gestiegen seien (127 Mio. Euro stammen aus Zuschüssen der öffentlichen Hand, insbesondere für erzbischöfliche Schulen), hätten die Aufwendungen bei 878,1 Mio. Euro gelegen. Das meiste Geld wurde für Personal aufgewendet, dessen Kosten um 11,8 Prozent auf 370,5 Mio. Euro stiegen.

Generalvikar Hofmann verwies in diesem Zusammenhang auf das nachhaltige Personalmanagement des Erzbistums und die dazugehörige weitere Erhöhung des Frauenanteils von derzeit 25 Prozent bei den Führungskräften, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie umfassende Weiterbildungskonzepte. Neben den weiter steigenden Personalaufwendungen erwartet das Erzbistum in Zukunft auch höhere Kosten für den Erhalt von Gebäuden. Den Jahresüberschuss von 22,6 Mio. Euro verwende das Erzbistum deshalb zur Stärkung der Rücklagen für die Altersversorgung und den Erhalt von Gebäuden. Laut Kurienleitung fliesst das Geld der Kirchensteuerzahler vollständig in kirchliche Aufgaben.

Der größte Teil, mehr als 45 Prozent der Kirchensteuern (279 Mio. Euro), entfiel auf Gemeinden, Jugend- und Erwachsenenseelsorge sowie Krankenhäuser oder Altenpflegeeinrichtungen, rund 17 Prozent (102 Mio. Euro) auf Kindertagesstätten und Bildungseinrichtungen; an die Caritas flossen rund neun Prozent (56 Mio. Euro). Mission und Entwicklungshilfe erhielten rund 25,5 Mio. Euro (Vorjahr: 24,4 Mio. Euro). Darin enthalten waren rund zwei Mio. Euro Zuschüsse an die Flüchtlingshilfe der Weltkirche. Insgesamt beliefen sich die Aufwendungen für die Flüchtlingshilfe 2018 auf rund sieben Mio. Euro. Die Mitgliederzahl im Erzbistum sank im Berichtsjahr um 1,5 Prozent auf 1.942.733, während sie 2016 nur ganz knapp unter zwei Millionen lag.

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