Dienstag, 15.10.2019 11:05 Uhr

Weltweite Solidarität mit deutschen Kirchenreformern

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg Warschau, 29.09.2019, 17:18 Uhr
Presse-Ressort von: Jochen Raffelberg Bericht 2798x gelesen

Warschau [ENA] Katholische Priester und Laien aus fünf Kontinenten unterstützen deutsche Gläubige in ihrer Forderung, auch Frauen Eucharistiefeiern leiten zu lassen. Das Internationale Netzwerk für Kirchenreform (ICRN) sprach sich überdies für “echte Teilnahme und Teilhabe” aller Katholiken an der Wahl von Vorgesetzten aus. In ihrer Warschauer Deklaration forderten sie ausserdem “Schutz von Kindern und anderen Betroffenen”.

Laut den von der Konferenz des ICRN in der polnischen Hauptstadt gefassten Beschlüssen unterstützt das Netzwerk Pfarreien, in denen Frauen und Männer berufen und ausgebildet würden, Eucharistiefeiern vorzustehen. Leitung beinhalte, verantwortlich zu sein für Seelsorge und Sakramente innerhalb der Gemeinde, wie es kirchlicher Brauch vor Einführung der priesterlichen Weihe gewesen sei. Im ICRN sind neben Wir sind Kirche und Pfarrer-Initiativen aus Deutschland, der American Catholic Council, die Association of Catholic Priests und die Women Ordination Conference aus den USA sowie Reformer aus der Schweiz, der Slowakei, Italien, Irland, Grossbritannien, Österreich, Australien, Brasilien und Indien zusammengeschlossen.

Das ICRN rief die Bischöfe Polens auf, sich an die Lehre der Kirche bezüglich aller lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender Menschen (LGBT) zu halten. Diese Lehre verpflichte dazu, die unbedingte Würde jeder Person in Wort, Tat und Recht zu achten. Auch beschloss die Versammlung einstimmig, die Menschenrechte zu respektieren und die Verantwortung aller Katholiken weltweit zu fördern. Dies bedinge die Gleichberechtigung aller Katholiken, die Meinungsfreiheit (auch zum Widerspruch), echte Teilnahme und Teilhabe an Entscheidungen – auch in der Wahl ihrer Vorgesetzten, nur notwendige und gerechte Gerichtsverfahren sowie den Schutz von Kindern und anderen Betroffenen.

Mit Blick auf das “Bemühen von Papst Franziskus”, eine synodale Kirche zu schaffen, forderten die Delegierten die Kirche auf, synodale Entscheidungsfindung, die alle Getauften einbeziehe, “auf allen Ebenen zu praktizieren”. Sie äusserten die Hoffnung, dass die geplanten Themen der in Rom bevorstehenden Pan-Amazonien-Synode vollständig umgesetzt würden. Das ICRN wurde 2012 gegründet, um eigenen Angaben zufolge “beispielgebende Modelle christlicher Gemeinden” weltweit zu sammeln, um an einer “einladenden, offenen und inklusiven Kirche im Geist des Evangeliums” mitzuwirken. Ziel des Warschauer Treffens war die Erörterung von Modellen zur Neuaufstellung der katholischen Kirche, wie sie vor allem in Deutschland diskutiert werden.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.